(von Heinrich Würzburger)
Der Schwarzwaldrand im nördlichen Breisgau wird aufgelöst durch die Mündungstrichter des Brettenbachs, der Elz und der Glotter, in die hinein die Aufschüttung der Rheinebene reicht. Zwischen den Berghöhen des Kandel (1241 m) im Norden und des Flaunser (866 m) im Süden zieht sich das Glottertal etwa 8 km tief ostwärts in den Schwarzwald hinein bis auf die Höhen um St. Peter. Während sich unten eine breite, flache Mündungsebene dehnt, an deren begleitenden Hängen Reben für einen guten Wein wachsen, verengt sich das Tal zusehends und lässt oben neben dem Bach nur wenig Raum für die Straße. Die heutige Gemarkung umfasst nahezu 1000 m Höhendifferenz, beginnend bei 268 m an der Mattenmühle bis hinauf auf den Kandelgipfel.
Erst 1970 entstand durch Zusammenlegung der ehemals selbständigen Gemeinden Föhrental, Ohrensbach, Ober- und Unterglottertal eine Markungsfläche von 3075 ha. Kirchlich jedoch haben die Ortsteile stets eine Einheit gebildet. Der flache Abschnitt von Unterglottertal zählt weitgehend zum Altsiedelland der Rheinebene, während in den anderen Ortsteilen im Zug der Erschließung des Schwarzwaldes ab 900 die Aufteilung in Hofgebiete üblich war. Ob schon zur Römerzeit eine Straße von Riegel aus durch das Tal über St. Peter nach Hüfingen geführt hat, wird zwar vermutet, lässt sich jedoch nicht eindeutig nachweisen.
Das Altsiedelland bis unterhalb der Kirche gehörte vor 950 offensichtlich dem gleichen Besitzer wie Waldkirch, nämlich dem alemannischen Herzog, der 918 das adlige Damenstift Waldkirch gründete. Später finden sich als Ortsherren die Zähringer, danach die Grafen von Freiburg und Vorderösterreich. Eine Sonderentwicklung in diesem Bereich nahm das Schlossgut Winterbach. Für das Gebiet um die Kirche mit wenigstens einem Hof spielt die Zugehörigkeit zum Hofgut von ”Muron” (Maurach am Mauracher Berg bei Denzlingen) eine besondere Rolle. Von hier aus hatte der Besitzer von Maurach, vor 952 der reiche Breisgaugraf Guntram, die Besiedelung in Oberglottertal vorangetrieben und dort 18 Hofgüter angelegt. Als Kaiser Otto der Große (936-973) im Frühjahr 952 aus Italien zurückkam, muss ihm der Graf mit seinen riegelförmig quer durch den Breisgau liegenden Besitzungen den Weg versperrt haben. Jedenfalls traf ihn die Strafe des erzürnten Herrschers: Otto entsetzte Guntram seines Amtes und konfiszierte dessen Güter in verschiedenen alemannischen Gauen und übergab sie Kirchenmännern, denen er mehr vertraute als seinen weltlichen Vasallen. Im Jahr 962 schenkte er Bischof Konrad von Konstanz (934-975) das Hofgut ”Muron” mit allem Zubehör (den Hof bei der Kirche und die 18 Höfe von Oberglottertal). Noch 1275 befand sich dieses Besitztum in der Hand des Konstanzer Bischofs, nicht jedoch in der des Domkapitels, das sie erst 1302 erwerben konnte. Im Jahr 1395 gelang es den Schwarzenbergern bei Waldkirch, unter der Oberherrschaft Österreichs Oberglottertal an sich zu bringen. Eine ähnliche Entwicklung gab es bei 17 Lehen Guntrams im Föhrental, die offensichtlich 962 durch Kaiser Otto I. an das Benediktiner-Kloster Einsiedeln in der Schweiz kamen und die ein dortiges Urbar von 1217/22 aufzählt. Dazu gehören drei weitere Lehen im Ohrensbach, zwei Lehen im Ahlenbach, sechs Lehen in der ”Wipfi” und drei Lehen in ”Weiler” (Heuweiler). Später gelangten die Einsiedlischen Güter in die Hand der Herren von Falkenstein, die seit 1281 in ”Glotter” (offensichtlich Föhrental und Ohrensbach) bezeugt sind, jedenfalls aber unter der Lehenshoheit der Geroldsecker als Erben der Üsenberger (Vogtherren der Einsiedlischen Güter im Breisgau) standen. Im Jahr 1576 vermochte das Haus Österreich mit Ohrensbach die dritte Vogtei zu erwerben. In Föhrental kam die Ortsherrschaft an die Landecker, 1603 an die Herren von Sickingen, 1626 an Trudpert von Wessenberg. Bis 1805 gehörten Unter-, Oberglottertal und Ohrensbach zur Landgrafschaft Breisgau (Herrschaft Schwarzenberg), ebenso auch Föhrental im Besitz der Familie von Wessenberg. 1806 fielen die Gemeinden an das neu gebildete Großherzogtum Baden, wobei man sie dem Bezirksamt Waldkirch zuteilte.
Im Jahr 1936 gelangten diese an das Amt Freiburg, im Zug der Gebietsreform am 1.1. 1973 an den Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit Sitz in Freiburg (FR). Schon zum 1.1.1970 hatten sich die vier Gemeinden freiwillig zur Gesamtgemeinde Glottertal zusammengeschlossen. Das Glottertal, ca. 15 km (Ortsmitte) nordöstlich von Freiburg und über Bundes- und Kreisstraßen bestens zu erreichen, ist zum größeren Teil noch durch Landwirtschaft und Weinbau (”Der rote Bur”) geprägt. Eine große Rolle spielen seit Jahrzehnten bekannte Gastwirtschaften und der im Sommer florierende Tourismus, dann auch das Kurhaus und die Rehabilitations-Klinik ”Glotterbad”. Gerade sie besitzen im alten ”Glotterbad”, bei dem um 1488 bereits eine Kapelle der von Bergleuten vielverehrten hl. Barbara stand, eine frühe Vorgängerin. Im Lauf des 19. Jh. war aus ihr eine ausgesprochene Naturheilanstalt geworden. Ab 1901 entwickelte sich ein nach klinischen Grundsätzen geleitetes Sanatorium mit neuen Gebäuden. Am 1.5.1960 übernahm die Landes-Versicherungsanstalt Kurhaus und Sanatorium als Behandlungsort für chronische innere Krankheiten, wobei heute die Pflege psychosomatischer Krankheiten im Vordergrund steht. Seit dem 1. Januar 1994 gibt es die Einrichtung ”Kur- und Reha GmbH des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg”, geschaffen für chronisch kranke Kinder und ihre Familienangehörigen.
Die Pfarrei

Wohl um 970 errichtete der Konstanzer Bischof in der Nähe des eigenen Herrenhofs im Glottertal eine sog. ”Leutkirche” mit einem ”Leutpriester”, wodurch die bestehenden Rechtsverhältnisse nicht angetastet wurden. Bis etwa 1480 unterstand der Glottertäler Leutpriester dem Pfarrer zu Maurach, erst dann wagte man die Erhebung der Kirche im Tal zur Pfarrkirche. Die Namensgebung ”St. Blasius” hängt mit der wachsenden Verehrung des Schutzherrn des Benediktiner-Klosters St. Blasien auf dem Schwarzwald und dessen Reliquien zusammen. Die erste indirekte Erwähnung der Glottertäler Kirche geschah 1275, als in einem bischöflich konstanzischen Register das spätere Waldkircher Dekanat nach dem Sitz des Dekans ”decanatus Gloter” genannt wird. Dabei war der Leutpriester dem Rang des Pfarrers gleichgestellt. Bemerkenswert ist, dass 1323 Johann Waldner, Pleban (”Leutpriester”) von Gloter, den Mauracher Hof sein eigen nannte und überdies noch den Dinghof des Konstanzer Domkapitels im Glottertal dazu erhielt.
Der Neubau der Glottertäler ”Leutkirche” 1458 durch den Zehntherren setzt gesunde wirtschaftliche Verhältnisse voraus. Zusammen mit dem ”Glottertäler Dinghof” kam 1466 wohl auch die Kirche an das Chorherrenstift Waldkirch. Im Jahr 1469 stifteten Vögte und Angehörige der vier Gemeinden als Mitglieder der Liebfrauen-Bruderschaft einen Marienaltar in die Vorkirche. Seit 1475 gehörte die Kirche zum Deutschordenshaus in Freiburg, das hinfort die Seelsorger stellte. Im Jahr 1517 stifteten die Mitglieder der Liebfrauen-Bruderschaft eine Kaplanei mit einem eigenen Kaplaneihaus, dessen Inhaber sie zu tragen versprachen.
Die schwere Zeit des 30jährigen Krieges (1618-48) brachte auch Glottertal erhebliche Plünderungen und Verwüstungen von Dorf und Kirche (um 1633). Seelsorger Johannes Schütz verließ 1648 nahezu gebrochen von soviel Leid die Gemeinde, die völlig ausgeraubte Pfarrkirche und das ruinöse Pfarrhaus. Bis zum Jahr 1651 blieb der Ort ohne Pfarrer, da ihn niemand übernehmen wollte. Freiburger Dominikaner versahen bis 1657 aushilfsweise die Seelsorge und die Kirche. Über die Neuausstattung der Kirche um 1660 finden wir keine Angaben.
Unter Pfarrer Kaspar Lützelschwab (1689-1700 hier) Neuerrichtung der um 1633 erloschenen Kaplanei. Am 21. Juni 1698 führte man auf Wunsch der Vögte und Pfarrangehörigen die ”seit Mannsgedenken durch Kriegswirren in Abgang gekommene Rosenkranz-Bruderschaft” wieder ein, Quelle reichen religiösen Lebens.
Pfarrer Matthias Hummer (1704-1714 hier) erfuhr 1713 während der Belagerung Freiburgs durch die Franzosen schlimme Plünderungen des Pfarrhauses (die Kirchenbücher gingen verloren) und der Kirche; Turmuhr und zwei Glocken wurden hinweggeführt. Dann steckten die Soldaten auch noch Chordach und Kirchenturm in Brand (am 20. September).
Pfarrer Josef Meid (1714 – 1755 hier) klagte 1714, er habe wenigstens 90 Menschen beerdigt, die an Hunger starben.
Im gleichen Jahr Reparatur der Kirche, Rückkauf der gestohlenen Uhr für 70 fl., Beschaffung zweier neuer Glocken in Basel.
1722 beschloss man die Erweiterung der Kirche um 28 Schuh; neue barocke Ausstattung.
1732 Wiederherstellung des Pfarrhauses.
Unter Pfarrer Lorenz Schindler (1768-1791 hier) brannte 1768 das Kaplaneihaus ab, das die Gemeinde wieder aufbaute.
1784 Aufhebung der Rosenkranz-Bruderschaft durch Verfügung Kaiser Josef II.
1786 kam die Anordnung, dass in bisherigen Ordenspfarreien keine Deutschherren oder Malteser mehr angestellt werden dürften.
Pfarrer Johann Georg Ignaz Welte (1791-1805 hier) erlebte Drangsale über Drangsale. Da der Ort keine Kriegssteuer bezahlen konnte, wurde das Tal von franz. Soldaten ausgeplündert, die auch die größte Glocke mitnahmen. 1801 ließ er auf den Turm anstelle einer schadhaften Kuppel einen Spitzhelm setzen. Die alte Kirche vor 1893 mit mittelalterlichem Chor und Turm
Schon unter Pfarrer Ignaz Wehinger (1806-1820 hier) kam 1819 bei einem Platz für 350 Leute der Gedanke eines Kirchenneubaus auf, der wenigstens 650 Besucher aufnehmen sollte. In einem Brief des Bezirksamts Waldkirch an Bez. Baumeister Lumpp wurde am 14.11.1820 sogar von einer Kirche für 800 Personen gesprochen.
Dazumal wurde die Kaplanei zum Missfallen der Glottertäler aufgehoben.
Unter Pfarrer Josef Fidelis Wolf (1821-1829 hier) war man 1823 vom Plan eines Kirchen-Neubaus abgekommen, eine Reparatur der alten Kirche sollte genügen.
Im Anschluss an einen Erzbischofs-Besuch kam im April 1835 unter Pfarrer Fridolin Willin (1834-1856) das Projekt eines Kirchenneubaus wieder zur Sprache. Dabei wurde erörtert, eine völlig neue Kirche auf freiem Ackerfeld unterhalb der bisherigen zu errichten. Aus Geldmangel des baupflichtigen Landes-Ärars kam dieser Plan nicht zur Ausführung.
Pfarrer Leopold August Hoppensack (1856-1862) ließ den barocken Hochaltar 1858 durch einen im neugotischen Stil des Freiburgers August Glaenz ersetzen. Neugotische Seitenaltäre von Bildhauer Eckert und Hofmaler Wilhelm Dürr aus Freiburg entstanden 1862.
Pfarrer Franz Josef Knieriem (1862-1888 hier) ebnete einem Kirchenbau die Wege durch Sammeln von Baugeldern und Intensivierung der Seelsorge. Ihm ist 1879 eine umfassende Restaurierung der Kirche zu danken und 1887 die Gründung eines Krankenvereins und einer Schwestern-Station.
Pfarrer Dr. August Brettle (1890-1900 hier) übernahm mit dem Bau des Pfarrhauses 1892/93 und der jetzigen Kirche 1893-95 eine riesige Arbeitslast. Ein Kirchenbauverein trug freiwillige Mittel zu diesem Vorhaben zusammen.
Größten Kummer verursachte mangelhafte Bauausführung, da eine Säule des Langhauses nachgab und Prozesse über die entstandenen Schäden und Kosten geführt werden mussten.
Erster Gottesdienst in der neuen Kirche war am Weihnachtstag 1895.
1896 neue Orgel durch Anton Kiene, Waldkirch. Pfarrer Brettle war Gründer des Kirchenchores, den er selber dirigierte.
Die Kirchenkonsekration erfolgte erst am 11. September 1899 durch Erzbischof Thomas Nörber von Freiburg.
Unter Pfarrer Dr. Jakob Arnold (1901-1921 hier) galt es, 1906 den Glockenturm der Höhe der Kirche anzupassen und auf ca. 60 m zu führen.
1907 das Christophorus-Mosaik an der Stirnseite der Sakristei, Beschaffung eines prachtvollen Geläuts mit vier Glocken.
Pfarrer Arnold gründete 1909 eine Marian, Jungfrauen-Kongregation und 1911 einen Mütterverein, ferner einen Kindergarten. Sein Werk ist 1919 die Ausmalung der Pfarrkirche, ”um das nackte Steinhaus in eine Vorhalle des Himmels zu verwandeln”.
Nach dem Verlust von Zinnpfeifen der Orgel 1917 und einer Glocke 1918 unternahm Pfarrer Adolf Walz (1922-1937 hier) alles, Orgelpfeifen wiederzubeschaffen. 1935 gab es eine größere Orgelreparatur, zugleich Stiftung einer Glocke (Barbara-Glocke).
Pfarrer Adolf Schlegel (1937-1989 hier) war in 52 Jahren die prägende Priestergestalt des Jahrhunderts. Eine versprochene Lindenberg-Wallfahrt war ihm ein Zeichen, da wenige Tage später Bombenabwürfe im Obertal nur mäßigen Schaden anrichteten und das Tal bei der Besetzung durch die Franzosen um den 21. April 1945 der Zerstörung entging. 1949/52 konnten Kriegsverluste an Glocken und Orgel wieder ausgeglichen werden. Schlegels großes Verdienst war die umfassende Renovation der Pfarrkirche 1980/82, in deren Verlauf Chorraum und Zelebrationsaltar durch Bildhauer Lutz neu gestaltet wurden.
1985 folgte die Beschaffung eines Orgel-Neubaus durch Claudius Winterhalter, Oberharmersbach.
Pfarrer Franz Gluitz (1989-2002 hier) setzte bald nach seinem Einzug den Neubau des Pfarrheims ”Im Severin” ins Werk (1992), das zur kostbaren Begegnungsstätte der Kirchengemeinde und der kirchlichen Vereine wurde. Von Mai bis November 1997 erfolgte eine Generalsanierung des Kirchturms, bei der man schadhafte Steine auswechseln musste. Die Außenerneuerung von Chor und Langhaus geschah im Jahr 1998.
Aus der Bauchronik der Blasiuskirche
Der behäbige Chorseitenturm mit seinen 1,50 m starken Mauern beinhaltet im Erd- und ersten Obergeschoß möglicherweise noch Mauerteile von vor 1458.
1458
Neubau des Chores mit feinem Netzrippengewölbe und schönen Maßwerkfenstern durch den Patronatsherrn (Hans Werner von Schwarzenberg, Waldkirch?), auch Neubau des niederen Langhauses durch Frondienste der vier Talgemeinden.
Jahreszahl 1458 am Turmportal der Sakristei.
Um 1633
Schwere Plünderungen der Pfarrkirche während des 30jährigen Krieges, weitgehende Zerstörung der Innenausstattung.
Kirchenbau der Barockzeit
Um 1660
Wiederherstellung der Altäre, dazu keine Nachrichten überliefert. Am Hochaltar ein hl. Blasius. Bildhauer wohl Bartle Winterhalder, Neukirch.
1698
Neue Glocke (Dm.108 cm) von Ignaz Jos. Thouvenel, einem Lothringer, der 1698/99 für Waldkirch und Ebnet arbeitete (Glocke 1907 eingeschmolzen und ersetzt).
1713, 20. September
Schwere Plünderung der Kirche durch franz. Truppen während der Belagerung Freiburgs.
Die Turmuhr und zwei Glocken wurden weggeführt (darunter die 15-Znr.-Glocke), Turm und Chordach in Brand gesteckt
1714
Reparatur der Kirche und Rückkauf der geraubten Uhr.
1720
Besorgung zweier neuer Glocken in Basel (bei Glockengießerei Hans Heinrich Weitenauer II) mit 6,60 Znr. und 1,40 Znr.
Vorhanden waren eine große und eine ”gar kleine”. Geweiht 1721 durch Abt Ulrich Bürgi von St. Peter.
1722
Verlängerung des Langhauses um 28 Schuh (ca. 9 m) durch den einheimischen Maurer Andreas Bernhard (Fundament-Legung ab Ende Juli). Wohl auch Erhöhung des Kirchturms um ein Achteck und eine Turmkuppel.
1723
Fortsetzung des Baus, Vollendung bis 28. Juni. Die Bauern leisteten Hand- und Spannfronen.
1724
Reparaturen am Kirchengebäude durch Schreiner Georg Gehr.
1726
Erneuerung des Fußbodens; die Gesamtbaumaßnahme kam auf 700 fl.
1727
Neuer Josefs-Altar, der auch den hl. Sebastian und Rochus geweiht war, gestiftet durch den Patronatsherrn.
Ebenso neuer Rosenkranz-Altar, gestiftet durch den Engelwirt Joh. Michael Fackler.
1728
Neue Kanzel, gestiftet von Martin Reichenbach u. Anna Schurhammerin, von Bildhauer und Kunstschreiner Joh. Georg Wüst aus Ochsenhausen (Oberschwaben), der auch die beiden Seitenaltäre fertigte.
1729
Beichtstühle zuseiten des Hochaltars, darauf die Figuren der hl. Petrus und Johann Nepomuk (heute noch in Privat-Besitz, Glottertal). Bildhauer Joh. Georg Wüst.
1730
Neufassung des Hochaltars, damit er zu den beiden Seitenaltären passe. Dazu hat Bildhauer Wüst eine neue Blasius-Figur geschaffen.
1756
Zwei neue Glocken für 500 fl rhein., Stiftungen der vier Gemeinden, von Nicolas (II) und Claude (III) Rozier und Raymond Trilly, wandernden Lothringer Glockengießern (Dm. 82 u. 90 cm, Glocken 1907 eingeschmolzen).
Um 1758
Zwei Prozessions-Tragfiguren des hl. Blasius und des hl. Severin, Bildhauer Matthias Faller, St. Peter.
1759
Die Fassung des hl. Severin kostet 7 fl 12 bz.
1775
Glocke von Sebastian Bayer, Freiburg (Dm. 68 cm, 1907 eingeschmolzen).
1801
Reparatur des Kirchturmdaches (”die sehr ungeformte Kuppel oder Kirchturmdach (sei) so schadhaft, verlöcheret und so angefault, dass dieses nicht mehr ausgebessert werden kann”). Ersatz der Kuppel durch einen Spitzhelm von Zimmermeister Federer, Glottertal.
1807
Reparatur der Langhaus-Bretterdecke, die sich zur Hälfte bereits abgelöst hatte. Ersatz durch Gipsdecke. Sanierung des Dachstuhls durch fünf ”Hängewerke”. Ausbesserung des Fußbodens durch Werkmeister Xaver Böhler von Waldkirch (Überschlagssumme 633 fl 57 kr).
Kirchenneubau-Pläne
1819, 20. März
Das Direktorium des Dreisamkreises Freiburg weist Bauinspektor Arnold an, zur Erbauung einer neuen Kirche in Hinterglottertal Risse und Überschläge zu fertigen.
1819, 20. April
Ortsbesichtigung. Arnolds Urteil: ”Die Kirche selbst ist noch in gutem Zustand und vorteilhaft wäre eine Verlängerung. Das gegenwärtige Kirchenschiff ist 86 Schuh lang (26,85 m) und 28 Schuh breit (8,75 m), welches nach Abzug der erforderlichen Gänge höchstens für 350 Personen Raum gestattet. Im Chor ist nur wenig Platz für Schulkinder. Bei einem starken Gedränge können 450 Menschen sich einzwängen, nach dem Pfarrer ist die Kirche aber für weitere 200 Personen zu klein.”
1820, 14. November
Das Direktorium des Dreisamkreises Freiburg weist Bez.–Baumeister Lumpp in Freiburg an, den vorgelegten Riss von Arnold so zu überarbeiten, dass die zu erbauende Kirche wenigstens für 800 Menschen Platz erhält. Am 14. Februar 1821 Überschlag der Bau-Inspektion Freiburg für den Kirchen-Neubau mit 8 354 Fl 14 kr.
1823, 26. April
Bez. Baumeister Lumpp wird aufgetragen, mit Umgehung eines neuen Baues die nötigen Veränderungen aufzunehmen. Kostenvoranschlag für Reparaturen: 66 fl.
1835
Durch Erzbischofs-Besuch im Glottertal wird der Kirchenneubau wieder zur Sprache gebracht. Hinweis auf die Baupflicht durch das Domänen- Ärar, zugleich Erwägung der Domänen-Kammer Karlsruhe, den Neubau an einer anderen Stelle ins Werk zu setzen. Dann könne man sich eine Notkirche ersparen. Auf Vorschlag des Bezirksbaumeisters könne die Kirche auf einem freien Ackerfeld unterhalb der alten erbaut werden. Nach der Herstellung des Baues könne das alte Langhaus an die Gemeinde verkauft und zu einem Schul- oder Wohnhaus verwendet werden.
30. Juli, Bez.-Amt Waldkirch: Wir müssen das bisher Geschehene bloß als eine vorläufige Berichterstattung ansehen.
1843, 15. Dezember
Vergabe der Orgelreparatur an Orgelbauer Schaxel von Herbolzheim um 60 fl.
1844, 9. November
Domänen-Kammer Karlsruhe: Das Ausweißeln der Kirche für 26 fl 5 kr ist ohne unser Anordnen vorgenommen worden.
1852
Anlage eines neuen Friedhofes, der Friedhof um die Pfarrkirche wurde geschlossen.
1853, 30. August
Kostenberechnung der Reparatur der 12-Register-Orgel durch Orgelbauer L. Risch in Hugstetten.
Prüfung der Reparatur am 19. September 1854 durch Orgelbau-Inspektor Lumpp.
Neue Altäre
1857, 24. September
Kostenüberschlag von Bildhauer August Glaenz in Freiburg über die Errichtung eines Hochaltars in neugotischem Stil für 560 fl. Mittelfigur: die Immakulata (heute in der Sakristei); als Seitenfiguren die hl. Blasius und Severin vorgesehen (offensichtlich verloren). Lieferungs-Vertrag vom 14. April 1858. Letzte Zahlung am 21. Juni. Vertrag über die Fassung am 29. März 1858 mit Vergolder und Lackierer August Ligibel von Freiburg.
1858, 24. Februar
Bericht der Bau-Inspektion Emmendingen an das Bez. Amt Waldkirch: Kostenüberschlag für das Tünchen des Chores zurück.
Es wurde größte Vorsicht in der Verwendung von Farben empfohlen. Vorgesehen war, die Felder des Gewölbes in Himmelblau mit goldenen Sternen auszulegen.
1862, 28. April
Gegen 19 Uhr schlug der Blitz zweimal in den Kirchturm und die Kirche. Er zerstörte alle Fenster, schlug den Josefsaltar in Stücke und beschädigte die anderen Altäre. Die gotische Pieta am Marienaltar schleuderte er 10 m weit in die Kirche hinein, ohne sie zu beschädigen. Preisansatz für die Reparatur der Fenster 36 fl.
1862, 13. Mai
Vertrag mit Bildhauer Eduard Carl Eckert von Freiburg über zwei neue Seitenaltäre für 165 fl. Am 6. Juli übernimmt Maler und Vergolder August Ligibel die Fassung des reichen Giebel- und Rahmenwerkes. Hofmaler Wilhelm Dürr in Freiburg quittiert am 20. August 1862 für das Ecce-Homo-Bild am linken Seitenaltar 135 fl 20 kr (Gesamtsumme 230 fl), darauf Bild des hl. Josef für dessen Altar (heute an der Westwand der Sakristei). 1870, 25. März. Kostenvoranschlag für die Gesamt- Innenrenovierung der Kirche durch F. Strohmeier, Maler und Vergolder im Unterglottertal, aufgestellt durch Architekt Alb. Alois Thumb in Freiburg.
1879, 12. Mai
Es wurde wieder ein Kostenvoranschlag über die Ausweißung der Kirche in Höhe von 367 M vorgelegt. Die Reparatur wurde an Maurer Julius Bayer in Waldkirch und die Anstreicher-Arbeiten an Friedrich Schneider in Freiburg übertragen, der schon dem vorhandenen Farb-Konzept folgte.
1885, 11. März
Angebot über Restaurierung der durch Feuchtigkeit fleckig gewordenen Wände und des Sockels in Ölfarbe von Maler Schneider von Freiburg. Dieser will die Flecken ausbessern. Auch die Neufassung der Altäre wurde Schneider übertragen, ebenso wie die Ausbesserung des umlaufenden Stuckgesimses im Langhaus.
Der Kirchen-Neubau
Mit großer Tatkraft nahm Pfr. Dr. Brettle kurz nach seinem Aufzug den Neubau von Pfarrhaus und Kirche in die Hand, indem er am 12. November 1890 über einen fälligen Neubau von Pfarrhaus und Kirche nach Freiburg berichtete.
1891, 26. Februar
Vorlage von Bauplänen durch das Erzb. Bauamt (Architekt Knittel unter der Leitung des H. Dienstverw. Hörth). – 25. Juli Bericht des Erzb. Bauamtes an den Oberstiftungsrat in Karlsruhe. Laut Bericht des Pfarrers vom 11. Oktober sollen nach Absprache mit dem Erzb. Bauamt der Turm und der Chor der alten Kirche stehen bleiben, letzterer als Sakristei und Beichtkapelle. Die neue Kirche solle nördl. am Turm angefügt werden, so dass die alte bis zur Fertigstellung der neuen benutzt werden könne. Weiter sollen 300 qm Fläche angekauft werden, um einen Umgang um die Kirche zu schaffen. Die Berechnung des Baues kam auf die Summe von 90.000 M.
1892, 23. Mai
Erzb. Bauamt Freiburg: Nach Angaben des offiziell ernannten Bauinspektors Meckel aus Frankfurt sollen an den Entwürfen zur Kirche einige Abänderungen vorgenommen werden. Zur Untersuchung des Baugrundes sollen Probelöcher gegraben werden. Als Einreichungstermin der ausgeschribenen Arbeiten wurde der 30. August festgelegt. Baugenehmigung durch das Bezirksamt Waldkirch am 10. September für die Errichtung von Pfarrhaus und Kirche mit einem Bauaufwand von 132.000 M. Am 17. Dezember Vertrag zwischen Baumeister Ferdinand Bernhardt in Freiburg und Accisor Kapp in Unterglottertal über Pacht des Steinbruches am Eichberg, wo die Steine für Pfarrhaus und Kirche gebrochen werden sollen. Die Blasiuskirche vor dem Abbruch des Langhauses, 1893
1893, 12. Januar
Bitte des Erzb. Bauamtes um den Auftrag des Stiftungsrates Glottertal zur Ausführung der Kirche, ohne die keine Verträge geschlossen werden können.





