Bonifatius, geboren in den Abruzzen östlich von Rom (heutige Provinz L’Aquila) als Sohn eines Arztes (das Geburtsjahr ist nicht bekannt), war bereits unter Papst Gregor I. dem Großen (590–604; hl.) Diakon und Schatzmeister. Im Spätsommer 608 wurde er selbst zum Papst gewählt – als Nachfolger des im November 607 verstorbenen Bonifatius III.
Kaiser Phokas (602–10) überließ ihm in Rom das Pantheon, einen heidnischen Tempel, den er 609 zur christlichen Kirche »Santa Maria ad Martyres « weihte und mit zahlreichen Märtyrerreliquien ausstattete. 610 befasste sich auf seine Veranlassung hin eine Synode im Beisein des Londoner Bischofs Mellitus mit Fragen des Mönchslebens und der englischen Kirche. Wegen seiner versöhnlichen Haltung gegenüber den Monophysiten im Dreikapitelstreit wurde Bonifatius IV. 613 vom schlecht informierten, aus Irland stammenden Abt Kolumban (543– 615; hl.) von Bobbio (bei Piacenza in der Lombardei) scharf gerügt.
Bonifatius IV. starb am 8. Mai 615 in Rom und hatte Adeodatus I. (hl.) zum Nachfolger (bis November 618).
Darstellung: im Papstgewand
Attribute: Tiara, Kreuzstab

Quelle: Herder-Verlag





