Die Pfarrkirche
Aus der Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung der weithin sichtbar auf einem Hügel der Schwarzwald-Vorbergzone gelegenen Kirche stammt aus dem Jahr 1275. Von der ursprünglichen Kirche ist bis auf ihre Größe, die bei Grabungen im Rahmen der Renovierung 1981 festgestellt wurde, nichts bekannt.
Oft war kein Pfarrer am Ort, so dass die Pastoration vom Glottertal aus erfolgte. Bisweilen hatte der Pfarrer von Heuweiler aber auch die katholischen Christen von Denzlingen und Emmendingen seelsorgerlich zu betreuen. Bis 1930 gehörte ein Teil von Wildtal (nördlich des Schobbachs) zur Pfarrgemeinde St. Remigius.
Um 1600 fand ein Beinhaus und ein Pfründhäuslein Erwähnung. Im Jahre 1704 wurde ein Sigristenhaus (Fachwerkhaus) hinter der Pfarrkirche erbaut.
1750 erfolgte der Neubau der Pfarrkirche auf dem alten Platz in der Mitte des Friedhofs, wobei das Stift St. Margareten in Waldkirch unter Probst Frick die Baulast übernahm. Die schlichte Kirche war nur mäßig ausgestattet. Lediglich die Kanzel stammt noch aus dieser Zeit. Ein kleiner Dachreiter über dem Chorraum beherbergte zwei kleine Glocken. Graf Karl von Fugger weihte am 19. August 1765 die Kirche, und gleichzeitig erteilte er 83 Gläubigen die Firmung.
Nach langer Zeit wurde schließlich 1789 ein eigener Pfarrer mit der Seelsorge in Heuweiler betraut. Deshalb wurde 1790 ein Pfarrhaus (ursprünglich nur einstöckig) erbaut.
Im Jahre 1810 bekam die Pfarrkirche erst ihr schlichtes Barockgepräge durch die Aufstellung alter Altäre und zweier großer Figuren aus dem aufgelösten Franziskanerkloster Villingen. Um diese Zeit wurden auch der Dachstuhl, der Turm und die Sakristei wegen Baufälligkeit erneuert.
Rund 80 Jahre später wurde die Pfarrkirche, dem damaligen Geschmack entsprechend, neugotisch umgestaltet. So wurde ein neuer Turm errichtet, der dem heutigen in Größe und Form annähernd entspricht. Das heutige Hochaltarbild, das die Taufe des Chlodwig durch Remigius zeigt, ersetzte das heute rechts an der Wand hängende Bild des Hl. Sebastian, und ein neuer Tabernakel kam auf den Hochaltar. Auch das Deckengemälde, die Heilige Familie darstellend, entstand in dieser Zeit. Aufgrund einer Stiftung zweier Heuweilermer Familien konnten die beiden bunten Glasfenster im Chorraum bei der Firma Helmle und Merzweiler bestellt und 1898 gefertigt werden.
Auch im 20. Jahrhundert war es den Pfarreiangehörigen ein Anliegen, die bauliche Substanz ihrer Kirche zu erhalten und für die liturgischen Notwendigkeiten des Gottesdienstfeierns behutsam und sensibel umzugestalten. So wurde 1960 eine neue Orgel angeschafft, die von der Firma Schröder aus Ebnet gebaut wurde.
Eine Generalsanierung zwischen 1981 und 1983 umfasste sowohl Turm, Dach, Außenfassade und Kirchplatz, wie auch den Innenraum. Ein Windfang wurde eingebaut, neue Kirchenbänke angeschafft und der Fußboden neu gelegt. Alle Bilder, Figuren und der Hochaltar wurden gereinigt und teilweise neu gefasst. Ein alter Kreuzweg konnte 1986 erstanden werden.
Im Jahr 2000 feierte die Pfarrgemeinde das 250-jährige Jubiläum der heutigen Pfarrkirche unter dem Motto Die Mitte auf dem Berg. Im Zuge einer weiteren Renovierung in den Jahren 2001-02 wurde der wieder gefundene alte Taufstein aufgestellt und zum Wiedereinzug konnte erstmals die wunderschöne Ewiglicht-Ampel entzündet werden.
Das Innere des im Verhältnis zu seiner Grundfläche recht hohen Kirchenraums weist mit Ausnahme der Altarbilder und der Figuren relativ wenig kunstvolle Ausschmückungen auf. Beim Betreten der Kirche fällt vor allem der hohe Hochaltar mit seinem durch zwei Säulenpaare vertikal gegliederten Aufbau auf. Zwei Paare von Putten bzw. Engelfiguren bilden den einzigen figürlichen Schmuck.
Es fällt sofort das große Altarbild auf, das die Szene der Taufe Chlodwigs durch den Hl. Bischof Remigius darstellt. Links von Chlodwig kniet seine Frau Chlodhilde mit der Taufkerze in der Hand, gegenüber ist ein Ministrant mit einem Vortragekreuz zu sehen. Dieses Bild wurde 1891 von David Cahn für die Pfarrkirche gemalt.
Ursprünglich befand sich im Hochaltar das Bild des Martyriums des Hl. Sebastian, das nun rechts im Kirchenschiff hängt. Es gelangte zusammen mit dem Hochaltar und den Seitenaltären 1810, nach Auflösung des Franziskanerklosters Villingen, nach Heuweiler. Dieses, wie auch das kleine Bild oben im Hochaltar, das St. Georg, den Drachentöter zeigt, wurde um 1700 von Johann Georg Glyckher gemalt.
Die Seitenaltarbilder haben die Menschwerdung Jesu zum Thema. Links, das Bild der Verkündigung des Gottessohnes, darüber die Heimsuchung Mariens, rechts die Geburtsszene und darüber die Anbetung der Könige. Ob alle Bilder der gleichen Malerwerkstatt entstammen ist ungewiss. Lediglich das Bild mit dem Weihnachtsthema ist signiert (FS.SAB:PINX:F.B:B:AÖ. 1612) und wird Anton Berin (Villingen) zugeschrieben.
